Workshop 4: Telemedizin in Pflege und Reha

Herausforderungen für den demografischen Wandel


Andreas Westerfellhaus

Präsident
Deutscher Pflegerat e.V. (Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen und des Hebammenwesens), Berlin

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Fachkräftemangel in der Pflege - Auswirkungen und Lösungsansätze
Der Fachkräftemangel spitzt sich aus unterschiedlichsten Gründen dramatisch zu. Jede Pflegereform muss im Ansatz
verpuffen, wenn nicht endlich an erster Stelle die Probleme der Pflegenden selber in den Fokus gerückt werden. Neben
vielen anderen Maßnahmen wie die Reform der Aufgabenteilung zwischen den Berufsgruppen, unterstützende Einsatz
durch technische Angebote wird vor allem ein Aktionsplan zur Ausbildung und Qualifizierung benötigt.
Das lange versprochene Berufegesetz Pflege im Rahmen einer generalistischen Qualifikation ist dringend auf den Weg
zu bringen. Die Rahmenbedingungen unter denen Pflegende ihre Arbeit erbringen sind umgehend durch angemessene
Personalausstattungen und erheblich zu verändernde tarifliche Entlohnungen zu verbessern.

Andreas Westerfellhaus
• Krankenpfleger / Fachkrankenpfleger für Intensivpflege und Anästhesie
• Lehrer für Pflegeberufe
• Betriebswirt - Fachrichtung Sozialwesen
• Geschäftsführer der ZAB - Zentrale Akademie für Berufe im Gesundheitswesen GmbH, Gütersloh
• Geschäftsführer der DGF - Deutsche Gesellschaft für Fachkrankenpflege und Funktionsdienste e.V., Berlin
• Seit Oktober 2009 Präsident des Deutschen Pflegerates e.V. (Bundesarbeitsgemeinschaft der Pflegeorganisationen und des Hebammenwesens), Berlin
• Seit 01.06.2013 berufen als Senator in den Senat der Wirtschaft



Irmgard Landgraf


Fachärztin für Innere Medizin und Lehrarztpraxis
Charité Berlin, Berlin

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Virtuelle Visite im Pflegeheim - eine Erfolgsstory
Ärztliche Versorgung von Pflegeheimpatienten erfordert u.a. intensive ärztliche Kontrolle von Symptomen und
Multimedikation sowie häufig interdisziplinäre Versorgung durch verschiedene Fachärzte. Es werden gute
Informations- und Kommunikationsstrukturen benötigt, die sich mit Hilfe moderner Technik optimieren lassen.
Durch netzwerkfähige Softwarenutzung in der Arztpraxis und für die Heim-Pflegedokumentation und deren täglicher
Nutzung zur Information und aktiven Kommunikation gelingt das. Zahlreiche Vorteile einer solchen telemedizinischen
Pflegeheimversorgung („virtuelle Visiten“) werden genannt. Am Beispiel eines Pflegeheimes in Berlin wird gezeigt,
wie die 2011 von UCB und Springer Medizin mit dem Innovationspreis ausgezeichnete Idee der vernetzten ärztlich-
pflegerischen Zusammenarbeit erfolgreich praktiziert werden kann.

Irmgard Landgraf
• 1968 Mittlerer Schulabschluß in NRW
• 1969 - 1972 Ausbildung zur Med. technischen Assistentin an der Universität Bonn
• 1972 - 1974 Berufstätigkeit als MTA in Forschung und Diagnostik in Bonn
• 1974 - 1977 Erlangung der Hochschulzugangsberechtigung auf dem Zweiten Bildungsweg in Köln
• 1977 - 1984 Studium der Humanmedizin in Berlin
• Ab 1984 Facharztausbildung am St.Gertrauden-Krankenhaus in Berlin
• 1989 - 1993 Oberarzttätigkeit auf der kardiologischen Abteilung des St.Gertraudenkrankenhauses
• 1993 Niederlassung als Internistin in eigener Praxis
• Seit 1995 Ausbildungsberechtigung für die Weiterbildung im Fach Innere Medizin für 1 Jahr
• Seit 1996 hausärztliche Betreuung eines großen Pflegeheimes (Sophienhaus Bethanien, Berlin)
• Seit 2012 Akademische Lehrpraxis der Charité Berlin für Medizinstudenten im Blockpraktikum Allgemeinmedizin
• 2011 Verleihung des Therapietreuepreises anlässlich des Europäischen Kardiologenkongresses in Paris (für Behandlungskonzepte der Compliance-Förderung von Hochdruckpatienten)
• 2011 Auszeichnung mit dem Innovationspreis 2011 (verliehen von UCB und Springer Medizin für bisher in Deutschland nicht bekannte telemedizinische Pflegeheimversorgung)



Gerhard Witthöft


Geschäftsführung
Deutsche Rentenversicherung Bayern Süd, Landshut

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Telemedizin als Nachsorgeprojekt
Ein Ziel erfolgreicher Rehabilitation ist die nachhaltige Sicherung des Rehabilitationserfolges. Die telemedizinische Nachsorge kann dabei ein wichtiger Baustein bedarfsgerechter Nachsorge und damit der Erfolgssicherung sein, insbesondere als Alternative in Regionen ohne flächendeckendes Nachsorgeangebot. Sie ermöglicht trotz räumlicher Ferne einen engen Kontakt zwischen Rehabilitand und Therapeut. Dabei erzielt die telemedizinische Nachsorge vergleichbar gute Ergebnisse wie herkömmliche Nachsorgeangebote.
Ergebnisse werden weiter evaluiert. Telemedizin ist eine Möglichkeit, neue Methoden und Technologien für unser Gesundheitssystem zu nutzen.
Gerhard Witthöft
- Seit 2007 Mitglied der Geschäftsführung der DRV Bayern Süd
- 1983 - 2006 Referent und stellv. Geschäftsführer LVA Niederbayern-Oberpfalz
- Mitglied Vorstand ARGE Berufsförderungswerke e.V.
- Vorstand Netzwerk Rehaforschung in Bayern.




CA Dr. med. Not-Rupprecht Siegel

Chefarzt und Ärztlicher Leiter
Geriatrische Fachkliniken, Neuburg/Donau und Ingolstadt-West
Vorstandsmitglied
AFGiB, Nürnberg
Mitglied
Bayerischer Landesgesundheitsrat, München
Kuratoriumsmitglied
Landesseniorenverband Bayern, Aichach
Die Geriatrie-In-Bayern-Datenbank (GIB-DAT) als Instrument der Qualitätssicherung
Seit dem Jahr 2000 ermöglicht die europaweit größte Datenbank für geriatrische Patienten nicht nur die Erfassung relevanter Daten sondern gestattet auch ein Benchmark der teilnehmenden Einrichtung gegen den bayerischen Durchschnitt. Zwischenzeitlich nehmen nahezu alle bayerischen Geriatrien, anfangs nur Rehabilitationseinrichtungen, seit 2009 auch Akutgeriatrien, an der Datenerfassung teil. Die Datenbank eignet sich in Ihrer Struktur sowohl für den stationären als auch den ambulanten Bereich. Sie könnte damit auch als Instrument der Qualitätssicherung für die Telemedizin genützt werden.
CA Dr. med. Not-Rupprecht Siegel
Seit 1997 Chefarzt und ärztlicher Leiter der Geriatrischen Fachkliniken Neuburg an der Donau und Ingolstadt.
Gründungs- und Vorstandsmitglied der ärztlichen „Arbeitsgemeinschaft zur Förde-rung der Geriatrie in Bayern (AFGIB)“.
Bis 2008 stv. Vorsitzender, bis 10/2013 Vorsitzender der AFGIB.
Mitglied des bayerischen Landesgesundheitsrates seit 2004.
Mitglied des wissenschaftlichen Beirates der Arbeitsgemeinschaft Geriatrie Bayern seit 2000.
Kuratoriumsmitglied des Landes-Senioren-Verbandes Bayern seit 2010
Arbeitsschwerpunkte: Geriatrische Rehabilitation, Physikalische und rehabilitative Medizin, Schmerztherapie, Rehabilitation demenzkranker Patienten.


Moderation:

Dr. Lutz Reum



Projektleiter
Bayerische TelemedAllianz, Ingolstadt
Dr. Lutz Reum
Nach dem Studium und Promotion in Biochemie an der Philipps Universität Marburg, von 1984-1994 Leiter der
Abteilung Forschung und Entwicklung in einem Diagnostik-Unternehmen, verantwortlich für die Entwicklung
aller immunologischen Testsysteme basierend auf isotopischen und nicht-isotopischen Nachweistechnologien
und deren Gerätesysteme.
Seit 1994 selbstständig mit Beratungstätigkeiten für verschiedene Unternehmen in den Bereichen Diagnostik
und Instrumentierung. Durchführung zahlreicher Multimedia Projekte für Diagnostik Firmen und aktive Mitarbeit
in dem bmb+f geförderten „k-MED“ Projekt der Universitäten Darmstadt, Giessen, Marburg und Frankfurt zum
Aufbau von multimedialen Lehr- und Lernkomponenten für die Ausbildung von Medizinstudenten.
Verantwortlicher Mitherausgeber zweier Sonderpublikationen des Telemedizinführers zur elektronischen Gesund-
heitskarte und Telematik-Infrastruktur in Deutschland in den Jahren 2005 und 2006.
Beratende Tätigkeit von 2006 – 2010 für die gematik (Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheits-
karte mbH), Berlin.
Beratende Tätigkeiten für die Deutsche Messe AG Hannover im Bereich eHealth.
Projektleitung und Organisation des Gesundheitsparcours FutureCare von 2009 – 2011 im Rahmen der CeBIT im
Auftrag der Bitkom Servicegesellschaft.
Seit August 2012 Projektleiter der Bayerischen TelemedAllianz, Ingolstadt.